Newsletter Angebot: Falstaff Wein Guide Österreich & Nachbarländer 2026/27

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  • Sprache: Deutsch
  • Alkoholfreie Proxies auf dem Vormarsch
  • Nachhaltigkeit & Bio im Topsektor stark gewachsen
Ausgabe
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VEREHRTE WEINFREUNDIN, GESCHÄTZTER WEINLIEBHABER!

Es ist uns eine Freude, Ihnen die 29. Ausgabe des Falstaff-Weinguides Österreich und Nachbarländer vorlegen zu dürfen, in der Sie eine enorme Vielfalt von Weinen aller heimischen Sorten, Stile und Kategorien vorfinden werden, die wir Ihnen nach eingehender und sorgfältiger Prüfung von Herzen empfehlen möchten. Bevor Sie sich in die Details der Ergebnisse vertiefen, erlauben Sie mir auch heuer einige persönliche Anmerkungen. Wenn es um den Weinkonsum junger Erwachsener geht, bekommt man immer öfter Folgendes zu hören: Junge Weinfreunde bevorzugen Qualität vor Quantität, sie präferieren leichtere Weine, Rosé, und bestellt werden Weine, die erfrischend, leichtfüßig und authentisch sind; kraftvolle, markant in neuem Holz ausgebaute Produkte finden angeblich weniger Anklang. Die gute Nachricht: Während die Gen Z im Supermarkt für unkomplizierte Weine unter der 10-Euro-Marke bleibt, geben Millennials zunehmend mehr Geld für Premiumweine aus. Sie kaufen anlassbezogen auch Ultra-Premiumweine wie Riedweine oder Natural Wines mit besonderem Prestige. Hier fungiert der Wein bereits als Statussymbol, hier wird auf Philosophie und handwerkliche Herstellung Wert gelegt. Tatsächlich sinkt weltweit der Weinkonsum seit 2017, auch die Kaufkraft der Konsumenten, die zu sehr teuren Weinen greifen können, lässt nach. Es sind aber entgegen den Vermutungen nicht die jungen Konsumenten, die den Pro-Kopf-Konsum nach unten drücken, dazu ist die Gruppe nicht groß genug. Es ist einerseits die wachsende Lebenserwartung der Senioren und andererseits eine bewusst gesünder angelegte Lebensweise, die den Alkoholkonsum und damit auch den Weinverbrauch in unseren Breiten geringer werden lässt. Auch demografisch kommt es zu Veränderungen: Waren

1971 in Österreich etwa 0,3 Prozent der Bevölkerung Muslime, so ist die Zahl heute mit annähernd 9 Prozent (etwa 800 000 Personen) massiv gestiegen. Damit hat auch der Prozentsatz jener, die dem Alkoholkonsum aufgrund religiöser Gebote entsagen, entsprechend zugenommen. Da der Weinkonsum in Österreich seit den 90er-Jahren von über 30 Litern auf nun sukzessive etwa 26 Liter gesunken ist, stellt das also, gemessen an der Zahl derer, die tatsächlich Wein genießen, keine bedeutende Verschlechterung dar. Eine weitere Entwicklung, die auch von heimischen Winzern mit Interesse verfolgt wird, ist das wachsende Aufkommen von alkoholfreien Speisebegleitern, den sogenannten Proxies. Diese legen in der Gastronomie an Sichtbarkeit zu, nicht zuletzt wegen der teils unverschämten Kalkulation des Weinangebotes, speziell beim glasweisen Ausschank. Dabei handelt es sich um unterschiedlichste alkoholfreie Getränke, die einem kulinarischen Anspruch durchaus gerecht werden, weil sie ein komplexeres Mundgefühl und Trinkerlebnis anbieten als herkömmliche Fruchtsafterl. Ein Proxy wird aus Zutaten wie hochwertigen Tees, Kräuter-

infusionen, Verjus – dem Saft unreifer Trauben –, Gewürzen und Kräutern komponiert; die Basis bilden häufig Fermentationsprodukte wie Kefir oder Kombucha. Diese alkoholfreien Getränke dienen als spannende Lifestylegetränke und geben mehr als passable Speisebegleiter ab. Der immer wieder postulierte Trend zum entalkoholisierten Wein hingegen wird sich als Rohrkrepierer erweisen, denn diese anachronistischen Produkte haben nichts mit Weinkultur zu tun und können weder mit echtem Wein noch mit den gut gemachten Proxies mithalten. Daher sind entalkoholisierte Weine kein Thema für den Falstaff-Weinguide, denn es gibt in Österreich so viele hervorragende echte Weine, die wir hier gar nicht alle unterbringen können. Ein kleiner Blick auf die Zahlen bei den heuer eingereichten Weinen zeigt, wohin die Entwicklung bei den besten heimischen Produzenten geht. Die Gewichtung von zwei Dritteln Weiß- zu einem Drittel Rotwein bleibt konstant, Zuwächse gibt es sehr deutliche im Schaumweinbereich, wo sich der Sekt Austria immer besser etablieren kann. Hier ist die Zahl der eingereichten Produkte erstmals dreistellig. Auch in das Thema Rosé ist endlich sowohl quantitativ wie qualitativ mehr Schwung gekommen. Orange Wine und leider auch Süßwein bleiben ein Nischenthema. Als wahrhaft sensationell kann man die Entwicklung in Sachen Nachhaltigkeit und Bioweinbau im

heimischen Topsektor bezeichnen. Mehr als ein Drittel der hier präsentierten Weine sind biologisch oder biodynamisch zertifiziert, mehr als die Hälfte als „nachhaltig Austria".

Ich möchte nicht versäumen, mich ganz besonders bei allen Mitarbeitern dieser 29. Ausgabe zu bedanken sowie allen Weingütern, die ihre Weine in unsere kritische Obhut gegeben haben, meinen aufrichtigen Dank auszusprechen. Nur ihr Können, ihre Leidenschaft und ihre bewundernswerte Arbeit machen diesen Guide möglich. Und damit unsere Winzer auch morgen noch die bestmöglichen Weine für uns Kunden herstellen können, ist es notwendig, dass sie auch in Zeiten der allgemein steigenden Kosten einen fairen Preis für ihre ausgezeichneten Produkte bekommen. Daher, liebe Weinfreunde: Lassen wir uns den Weingenuss auch in Zukunft etwas kosten und helfen wir mit, dieses Kultur- und Genussgut auch für die Zukunft zu sichern.

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